Piacenza 1733

Piacenza Cashmere

Piacenza Cashmere ist ein italienischer Stoffhersteller aus dem Piemont und Spezialist für extrafeine Merinowolle, Cashmere und Vikunja. Das Unternehmen beschäftigt derzeit knapp 250 Mitarbeiter und wurde im Jahr 1733 von Pietro Francesco und seinem Sohn Giovanni Francesco Piacenza in der Nähe von Pollone gegründet. Es befindet sich immer noch im Familienbesitz und wird in der 13. Generation geführt. In seiner langen Geschichte hat es Krisen, Kriege, Besetzungen, Feuer sowie Perioden mit großem Optimismus und Wachstum erlebt. Dies wird in der Fondazione Famiglia Piacenza bewahrt und aufgearbeitet.

1757 beschäftigte die Wollfabrik bereits 100 Arbeiter. Der Sohn des Gründers, Carlo Antonio Piacenza, konzentrierte dann alle Produktionsphasen in einer Fabrik und eröffnete 1799 ein Handelshaus in Turin. Durch diesen Schritt konnten die die schwierigen Jahre der napoleonischen Herrschaft überstanden werden, denn 1814 bestand die Belegschaft nur noch aus 37 Arbeitern.

Sein Sohn Giovanni Piacenza setzte 1839 die ersten Webstühle aus England ein, die gemusterte und andere neuartige Stoffe produzieren konnten. Sein Erfolg führte zu einer Erweiterung der Belegschaft auf 350 Arbeiter. Er erhielt zahlreiche öffentliche Auszeichnungen, eine Silbermedaille auf der Turiner Ausstellung 1844, eine Silbermedaille 1846 in Genua und eine Goldmedaille 1854 in Turin.

Der Wendepunkt kam mit Enzo Piacenza, der die industrielle Tätigkeit fortsetzte, indem er sich auf die Produktion von Stoffen für die Haute Couture konzentrierte. Dies verschaffte dem Unternehmen Bekanntheit auf internationaler Ebene, vor allem in den Vereinigten Staaten und Frankreich.

Die Entdeckung von Piacenza Cashmere & Kamelhaar

Vor 100 Jahren waren ferne Reisen anstrengend, langsam und auch gefährlich. Aber es war auch eine Zeit der Entdeckungen. Von ihren Weltreisen brachten Mario und Guido Piacenza exotische Materialien von weither, wie man sie zuvor in Europa noch nicht gesehen hatte. Für das Familienunternehmen stellten ihre Reisen einen wahren Schatz dar.

Von den Berbern lernten die Brüder etwa, wie wertvoll Kamelhaar ist. Die Tiere leben in einer Umgebung, die unter Tags glühend heiß und in den Nächten eiskalt ist. Daher besitzt ihr Fell eine optimale Temperaturregulierung und ein hervorragendes Feuchtigkeitsmanagement. Kamelhaarmäntel erleben daraufhin eine Revolution in Europa.

Während einer Expedition in den Himalaya 1913 entdeckte Mario Piacenza das extrem weiche und warme Material, dass die Sherpas sich um die Knöchel wickelten. Es war aus dem Fell einer ansässigen Ziegenart: der Cashmere Ziege.

Ob Mongolei, die großen Ebenen von Australien, oder Nord- und Südamerika – sie erkundeten die exklusivsten Stoffe der Welt, wie Cashmere, Vocunja, Alpaca, Mohair, Seide oder Qiviuk.

Fondazione Famiglia Piacenza

Die Fondazione Famiglia Piacenza befindet sich im Stammsitz der Familie in Pollone. Dort wird das gesamte Material aufbewahrt, das seit der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts angesammelt wurde. Der Historiker Quazza bezeichnete die Dokumente aus Piacenza als „ein fast einzigartiges Archiv der italienischen Industriegeschichte“, das „das Studium der Industriegeschichte aus der Sicht der Menschen“ ermögliche.

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